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Trier: Polizisten fürchten sich vor digitalem Polizeifunk...
Trierer Polizisten fürchten sich vor gesundheitlichen Schädigungen durch den
digitalen TETRA-BOS-Funk. Das berichtet die Lokalzeitung "Trierer
Volksfreund".
Auslöser der Angst ist eine Dienstanweisung vom Dezember 2013, die besagt, dass
TETRA-Handfunkgeräte nicht in geschlossenen Fahrzeugen benutzt werden dürfen.
Außerdem müsse ein Sicherheitsabstand zu Personen mit Herzschrittmachern
eingehalten werden und die Nutzung in Krankenhäusern sei (wegen möglicher
Beeinflussung der dortigen elektronischen Geräte) grundsätzlich nicht zulässig.
Zwei Kommissare der Trierer der Polizei haben sich daraufhin besorgt an ihren
Dienstherrn gewandt. Sie behaupten, dass die TETRA-Handfunkgeräte "trotz
bestimmungsgemäßem Gebrauch (...) stark gesundheitsgefährdend- und schädigend"
seien und fordern eine vorübergehende Rückkehr zu den alten Analogfunkgeräten.
Durch die im Dezember 2013 ergangene Dienstanweisung könne der Eindruck
entstehen, dass man beabsichtige, "ein bereits seit geraumer Zeit bekanntes
Problem, welches verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter
(...) haben kann, (...) zu vertuschen.
Im rheinland-pfälzischen Innenministerium kann man die Ängste nicht verstehen.
Das Ministerium erklärte, dass die Benutzung der Handfunkgeräte innerhalb von
Einsatzfahrzeugen nie vorgesehen gewesen sei; dazu seien alle Fahrzeuge mit
fest installierten Mobilfunkgeräten ausgestattet.
Aus einer umfangreichen Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem Jahre
2012 geht hervor, dass beim Betrieb von TETRA-Handfunkgeräten innerhalb von
Fahrzeugen im üblichen Netzbetrieb ("TMO"-Modus) selbst bei minimalem Abstand
zur metallischen Karosserie der Grenzwert für berufliche Exposition (10 W/kg)
weit unterschritten wird. Auch im Direktbetrieb ("DMO"-Modus) werde dieser
Grenzwert innerhalb von Fahrzeugen eingehalten. Bei "untypischer Position"
(Gerät berührt länger als 4,5 Minuten den Kopf, während der Kopf an der
metallischen Fahrzeugkarosserie angelehnt ist und alle vier Zeitschlitze
gebündelt sind) werde der Grenzwert für berufliche Exposition bis zu 80 %
ausgeschöpft.
Der BOS-Funk im Raum Trier wurde bereits im Mai 2011 auf den digitalen
TETRA-Standard umgestellt. Als Handfunkgeräte werden Geräte des Typs Sepura
STP8000 verwendet,
Auch für die Bevölkerung sehen amtliche Stellen keine Gefährdung durch den
digitalen BOS-Funk. Das bayerische Innenministerium hat im Januar 2014 ein
Informationsblatt herausgebracht, in dem u.a. auch zu "gesundheitlichen
Wirkungsfragen" des digitalen TETRA-BOS-Funks Stellung bezogen wird.
In dem Infoblatt heißt es u.a., dass es sich bei den derzeit geltenden
Grenzwerten für Funkanlagen um "Vorsorgewerte" handele. Diese lägen um den
Sicherheitsfaktor 50 unterhalb des Schwellenwertes, "bei dem Wirkungen
überhaupt nachgewiesen werden können". Bei Einhaltung der Grenzwerte werde
deshalb "die Schwelle einer gesundheitlichen Auswirkung nicht erreicht".
Anmerkung der Funkmagazin-Redaktion:
Der "Sicherheitsfaktor 50" bezieht sich auf Grenzwerte für die
Allgemeinbevölkerung; bei Grenzwerten für die berufliche Exposition liegt er
wesentlich niedriger.
Seit mehreren Jahrzehnten würden thermische und athermische biologischen
Wirkungen elektromagnetischer Felder in einer Vielzahl von experimentellen
Laborstudien und epidemiologischen (bevölkerungsbezogenen) Feldstudien
wissenschaftlich untersucht. Auf Basis der bisherigen Forschungsergebnisse sei
keine Studie bekannt, die "nach anerkannten wissenschaftlichen Kriterien eine
gesundheitliche Beeinträchtigung bei Einhaltung der Schutzwerte belegen
würde".
- wolf -
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/040214.htm
73 de Hans!
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