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EU entwickelt Mikrowellen-Störsender zum Anhalten von Kfz
Die Europäische Union arbeitet an einem System, das durch starke
elektromagnetische Impulse im Gigahertz-Bereich (sog. "Mikrowellen") die
Elektronik von Kraftfahrzeugen stören und die Fahrzeuge dadurch zum Anhalten
zwingen soll.
Das Projekt trägt die Bezeichnung "SAVELEC". In der Projektbeschreibung zu
"SAVELEC" heißt es:
"Im Forschungsvorhaben SAVELEC soll untersucht werden, wie nicht kooperative
Fahrzeuge extern und sicher kontrolliert angehalten werden können ohne
nachteilige Wirkungen auf Personen im Fahrzeug und seiner Umgebung. Es soll die
Anwendbarkeit elektromagnetischer Pulse (EMP) und Hochleistungs-Mikrowellen
(HPM) zur Unterbrechung elektronischer und elektrischer Fahrzeugfunktionen
untersucht werden. Auch Wirkungen der gewählten Signale auf den Menschen sollen
vor dem Hintergrund europäischer Gesetze evaluiert werden, um eine sichere
Anwendung dieser Technologie für die Anwender, Fahrzeuginsassen und Personen in
der Nähe vorzubereiten. Dies umfasst auch potenzielle Wirkungen auf
explosionsgefährdete Fahrzeugbestandteile (z.B. Benzin) (...) Vervollständigt
wird dieses Projekt durch Analysen der rechtlichen Rahmenbedingungen für den
Einsatz durch Europäische Sicherheitskräfte mit besonderem Augenmerk auf die
Absicherung eines kontrollierbaren Einsatzes entsprechender Geräte."
"Savelec" wurde im Januar 2012 ins Leben gerufen und soll Ende April 2015
beendet sein. Unter Federführung der Polytechnischen Universität Valencia
arbeiten u.a. der Raketenhersteller MBDA, die griechische "Hellenic Aerospace
Industrie" und die slowakische "Armed Forces Academy" an dem Projekt mit. Von
deutscher Seite sind u.a. das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR),
das Forschungs- und Entwicklungslabor IMST und die
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beteiligt.
Zu den "Endnutzern" zählen die spanische "Guardia Civil", die französischen
Sicherheitsbehörden "Gendarmerie Nationale" und "Police nationale", das
griechische "Center for Security Studies" sowie das Landeskriminalamt
Sachsen-Anhalt.
Die Kosten für das "Savelec"-Projekt betragen Presseberichten zufolge 4,2
Millionen Euro, von denen 3,3 Millionen durch die EU-Kommission übernommen
werden.
Die Bundestagsfraktion der Partei "Die Linke" sieht das "Savelec"-Projekt
skeptisch. In einer Pressemitteilung vertritt die Fraktion die Auffassung, es
handele sich dabei "um eine unzulässige Finanzierung der Rüstungsindustrie aus
Töpfen der zivilen Forschung".
Der Einsatz von elektromagnetischen Impulsen zur Störung von elektronischen
Systemen ist nicht neu. Insbesondere das Militär ist im Rahmen der sog.
"elektronischen Kampfführung" an dieser Technik interessiert. Entsprechende
Forschungen fanden in den USA bereits in den achtziger Jahren statt.
Einsatzfähige militärische "Mikrowellen"-Waffensysteme sollen Presseberichten
zufolge ca. seit den neunziger Jahren zur Verfügung stehen.
- wolf -
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/280413.htm
73 de Hans!
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