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DHH841 > FUNK 25.03.07 23:14l 76 Lines 3644 Bytes #999 (360) @ DEU
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Subj: Uneinigkeit ueber Handy-Verbote
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Uneinigkeit ueber Handy-Verbote in sicherheitsrelevanten Bereichen
Fachleute sind sich uneinig darueber, ob Handy-Verbote in sicherheitsrele-
vanten Bereichen gelockert werden sollen.
Solche Handy-Verbote gibt es zum Beispiel an Bord von Flugzeugen und
teilweise auf Intensivstationen von Krankenhaeusern. In Flugzeugen koennen
Handys Stoerungen in der Bordelektronik verursachen und dadurch das Leben der
Passiere gefaehrden. In Krankenhaeusern koennen durch Handy-Aussendungen
moeglicherweise lebenserhaltende Maschinen gestoert werden.
Im Falle der Krankenhaeuser hatte die amerikanische "Mayo Clinic" kuerzlich
Entwarnung gegeben. Eine Studie hatte gezeigt, dass bei 300 Tests mit zwei
Handy-Typen in einem Zeitraum von drei Monaten keine Fehlfunktionen bei
medizinischen Geraeten durch HF-Einstrahlung auftraten. Patienten dagegen
berichteten von einzelnen Stoerfaellen, bei denen zum Beispiel ein CD-Player
die Aufzeichnung eines EKGs beeinflusste.
Die amerikanische Gesundheitsorganisation ECRI raet denn auch davon ab, die
Handy-Beschraenkungen in Krankenhaeusern grundsaetzlich aufzuheben. Zwar gebe
es Veroeffentlichungen, die zeigen, dass die Risiken kleiner geworden seien.
Komplett beseitigt seien diese Risiken jedoch nicht und es gebe Dokumen-
tationen von Faellen, in denen Handys medizinische Geraete gestoert haetten.
In Deutschland liegen Handy-Verbote in Krankenhaeusern weitgehend im Ermessen
der jeweiligen Klinik-Leitung.
In Flugzeugen dagegen ist der Betrieb von Handys und anderen Funkgeraeten
grundsaetzlich nicht gestattet. Aber auch bei einigen Luftfahrtgesellschaften
gibt es Bestrebungen, den Fluggaesten kuenftig den Betrieb von Handys an Bord
zu ermoeglichen. Die Flugzeuge sollen entsprechend umgeruestet werden. Ueber
eine kleine Basisstation an Bord sollen die Gespraeche direkt an eine
Bodenstation oder einen Satelliten weitergeleitet werden.
Das Problem der Stoersicherheit scheint man mittlerweile im Griff zu haben:
Bei Versuchen der Lufthansa mit 25facher Handy-Sendeleistung hatte sich
gezeigt, dass die Bordelektronik nicht gestoert wurde.
Das amerikanische Luftfahrtamt FAA hat dennoch aus Sicherheitsgruenden
Bedenken gegen die Benutzung von Handys an Bord. Auch die amerikanische
Fernmeldebehoerde FCC sieht dies mit Skepsis. Sie hat allerdings weniger
Sicherheitsbedenken, sondern sie befuerchtet, dass die Vermittlung der
Gespraeche vom Boden zu den Flugzeugen und umgekehrt nicht reibungslos
funktionieren wird.
Um in Deutschland den Betrieb von Handys an Bord von Flugzeugen zu ermoeg-
lichen, muesste die sogenannte "Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebs-Verordnung"
geaendert werden. Eine entsprechende Neufassung der Verordnung wird zur Zeit
vom Bundesverkehrsministerium erarbeitet.
Einige Luftfahrtgesellschaften haben bereits angekuendigt, dass sie ihre
Maschinen "handygerecht" umbauen wollen. So hat die arabische Fluggesell-
schaft "Emirates" erklaert, sie werde eine Boeing 777 mit Handy-Technik
ausstatten, und der Billigflieger Ryanair will nach eigenen Angaben 50 seiner
Maschinen bis Ende dieses Jahres entsprechend umruesten.
Insider schaetzen, dass mit Handy-Telefonie im Flugzeug Umsaetze von zwei
Milliarden Dollar im Jahr moeglich sind.
- wolf -
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Quelle: http://www.funkmagazin.de/25037.htm
73 de Hans!
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