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Rueckblick: Das war das CB-Funk-Jahr 2006


Januar 2006

Die  Europaeische Kommission  bietet den EU-Mitgliedstaaten die Moeglichkeit, 
auf  nationaler Ebene  im  169-MHz-Bereich  unter  anderem   einen  "privaten 
Mobilfunk" einzurichten.  Die Bundesnetzagentur macht von dieser Moeglichkeit 
keinen Gebrauch.  Sie erklaert,  dass  eine  private Funkanwendung  in diesem 
Bereich nicht vorgesehen sei.

Vandalen   beschaedigen   in   Hessen   wiederholt  Packet-Radio-Anlagen  von 
Regio-Net-DL.   Die Betreiber beziffern den bisherigen Schaden auf 2000 Euro.

Der DAKfCBNF fuehrt interne Umfragen zur Regulierung von Sprachfunknetzwerken
und  zum Entwurf des neuen EMV-Gesetzes  durch.   Ueber  die  Ergebnisse  der 
Umfragen wird in der oeffentlichkeit nichts bekannt.

Der  eQSO-Server-Betreiber  Ingo Koch  startet  eine Unterschriftenaktion zur 
Unterstuetzung von HF-Gateways  fuer  CB-Sprachfunknetzwerke.  Er  will damit 
bewirken,  dass  der  Betrieb  solcher  Gateways  in  Zukunft  nicht  von der 
Bundesnetzagentur reglementiert wird,   sondern weitgehend von den Betreibern 
selbst in Eigenverantwortung geregelt werden kann.


Februar 2006

Das  "Funk-Forum"  von  rba-Suedbaden  schliesst seine Pforten. Betreiber Ulf
Richter  begruendet  den Schritt mit "anhaltendem Missbrauch" und "offenbarer 
Instrumentalisierung  fuer  persoenliche  und  vereinspolitische Zwecke". Das 
Funk-Forum   war   Deutschlands   aelteste   Online-Diskussionsplattform   im 
Hobbyfunkbereich.

Das  luxemburgische  "CB-Radio"  verbreitet  unter Berufung  auf  die DFA die 
kuriose Falschmeldungeldung,  dass  der  "Runde Tisch CB-Funk" (RTCB) der DFA 
beigetreten sei.  Der  RTCB  dementiert umgehend.  Der  Vorsitzende  der DFA, 
Harald Westermann,  erklaert dazu spaeter,  die DFA habe nie behauptet,  dass 
der RTCB bei ihr Mitglied sei.  Dies  sei  lediglich  ein  "Angebot" gewesen. 
Die DFA koenne nichts dafuer, "was andere daraus machen".


Maerz 2006

Die DCBO zieht ihren Antrag auf Mitgliedschaft im DAKfCBNF zurueck. Bei einer
Mitgliederbefragung  der  DCBO  hatten  sich  80 Prozent  der Teilnehmer fuer 
diesen Schritt ausgesprochen.

Der geistige Ziehvater und Gruender der DFA, Burkhard Heid, gibt sein Amt als
Ehrenpraesident zurueck  und  tritt aus dem Verein aus. Heid hat sich mit dem 
stellvertretenden Vorsitzenden ueberworfen und wirft dem Vorstand gravierende
Verfehlungen vor.  Er koenne in der DFA seine verbandspolitische Heimat nicht 
weiter  finden  und  wolle  kuenftig  mit dem Verein nicht mehr in Verbindung 
gebracht werden.

Der  DAKfCBNF  tagt  im hessischen Herleshausen. Ungeladenen Gaesten wird der 
Zutritt zum Versammlungssaal verwehrt; Polizeibeamte sollen die Veranstaltung
sichern.  Vor  dem  Gebaeude  protestieren Demonstranten  friedlich gegen die 
Politik des DAKfCBNF.  In  einer  umstrittenen Wahlprozedur mit vorbestimmten 
Kandidaten wird der Vorstand des Vereins neu gewaehlt.

Tagung  der  Deutschen Funk-Allianz in Neustadt: Der Vorsitzende spricht sich 
fuer eine offene Streitkultur aus  und kritisiert den Umgangston in Internet-
Foren.   In das DFA-Programm sollen Forderungen nach hoeheren Werten fuer die 
zulaessige  Strahlungsleistung  und  den  Personenschutz  sowie die Schaffung 
eines  vereinfachten S tandortbescheinigungs-Verfahrens  aufgenommen  werden. 
Ein Teil der Tagung, in dem Personalangelegenheiten besprochen werden, findet
unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt.

Schlappe  fuer  die Bundesnetzagentur:  Das Verwaltungsgericht Koeln urteilt, 
dass die  TKG-Beitragsbescheide  fuer  die  Jahre 2000, 2001 und 2002 rechts-
widrig  sind.   Die  Behoerde  hatte  bei  der  Bemessung  der  Beitragshoehe 
geschlampt.  Die BNetzA akzeptiert den Richterspruch nur teilweise - fuer die 
Bescheide der Jahre 2001 und 2002 beantragt sie Berufung zum Oberverwaltungs-
gericht.

Der  DAKfCBNF-Ehrenvorsitzende  Franz Ahne  trifft  im  fraenkischen Hassfurt 
auf Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.  Ahne  hofft,  den  Minister  als 
Schirmherrn  fuer  eine  Neuauflage  der  Aktion  "Funker helfen im Strassen-
verkehr" gewinnen zu koennen.


April 2006

PMR446 wird digital:  Die Bundesnetzagentur  gibt Frequenzen fuer einen neuen 
PMR446-Digitalfunk frei.  Geraete  fuer  die neue digitale Funkanwendung sind 
noch teuer und in erster Linie fuer den kommerziellen Einsatz vorgesehen.

Der  "Runde Tisch CB-Funk"  veranstaltet  im  saarlaendischen  Orscholz  sein 
drittes Treffen. Die Teilnehmer diskutieren ueber Moeglichkeiten, den "Runden
Tisch"  als  offene Diskussionsplattform  in der oeffentlichkeit bekannter zu 
machen.  Ein  Kernteam  soll  die  Arbeit  der  Gruppe  kuenftig  effizienter 
gestalten.  Eine  geplante  Uebertragung des Treffens  per  eQSO  kann  nicht 
stattfinden,   weil der Gastgeber nicht die noetigen Vorbereitungen getroffen 
hat.


Mai 2006

Die  traditionelle  "deutschlandweite CB-Funk-Staffel"  findet  wieder  regen 
Zulauf.  Rund 100 CB-Funk-Stationen beteiligen sich  an der Veranstaltung und 
bilden eine Funkkette, die durch fast alle Bundeslaender fuehrt.


Juni 2006

Wird der Zugang zum Amateurfunk weiter vereinfacht? Die CEPT diskutiert ueber
die  Einfuehrung  einer  neuen europaeischen Einsteigerklasse  unterhalb  der 
jetzigen Klasse E.  Die deutsche Bundesnetzagentur gibt sich reserviert - sie 
erklaert, es gebe bei ihr zur Zeit keine ueberlegungen, eine neue Einsteiger-
klasse zu schaffen.

Der jaehrliche  "Radio Activity Day"  sorgt wieder fuer regen Betrieb auf den 
CB-Funk-Frequenzen.  Die beliebte Veranstaltung wird bereits zum vierten Male
von den "Funkfreunden Nordbaden" durchgefuehrt.

Eine  Scherzmeldung  sorgt  bei  Mobilfunkkritikern fuer Aufregung.  Ein eng-
lisches und ein russisches Satire-Magazin hatten berichtet,  dass es moeglich 
sei,  durch die Strahlungsleistung von zwei Handys ein Huehnerei zu "kochen". 
Die  absurde Meldung  wird  von einigen Mobilfunkkritikern ernst genommen und 
als  Bestaetigung  ihrer  Thesen  von  der  "Gefaehrlichkeit  der  Mobilfunk-
strahlung" gewertet.


Juli 2006

Stirnrunzeln  bei  den  CB-Funk-Herstellern:    Ab 1. Juli duerfen neu in den 
Verkehr  gebrachte  elektrische  Geraete  bestimmte  Schadstoffe  nicht  mehr 
enthalten.   Unter diese Regelung fallen auch CB-Funkgeraete. Eine Umstellung 
der Produktion ist teuer, deshalb nehmen die Hersteller viele Modelle aus dem
Sortiment.

Die  Bundesnetzagentur  veroeffentlicht  eine  neue  Allgemeinzuteilung  fuer 
SDR-(LPD-)Funkgeraete.  Die  Zuteilung  fuer 70-cm-Sprechfunkgeraete wird nur 
auf sieben Jahre befristet (normal sind zehn Jahre) -  ein deutliches Zeichen 
dafuer,  dass  die  Behoerde  den  SRD-Sprechfunk  in  diesem Frequenzbereich 
auslaufen lassen will.


August 2006

Zoff bei der Deutschen Funk-Allianz: Der stellvertretende Vorsitzende und die
Schriftfuehrerin des Vereins  treten  von ihren Aemtern zurueck und erklaeren 
ihren Austritt aus dem Verein.  Als  Grund  geben  sie  Differenzen  mit  dem 
Pressesprecher an. Der wehrt sich - er sei sich keiner Schuld bewusst.

CB-Funk-Action  im  Doppelpack:   Oesterreichische Funkfreunde  von  "CB-Funk 
Austria"  veranstalten  zum  zweiten Mal den internationalen "European Day of 
QSO".  Nahezu zeitgleich findet in Deutschland der "Deutschlandweite CB-Funk-
Tag"  der Tango Hotel DX Group statt.  Beide Gruppen sind mit der Beteiligung 
der Funker an ihren Veranstaltungen sehr zufrieden.

Rekord-Bussgeld  fuer  Schwarzfunker:  Das  Amtsgericht  Bonn  verurteilt den 
hollaendischen Piratensender  "Koning Keizer Admiraal" zu einer Geldbusse von 
10.000 Euro.   Die Funkpiraten hatten im Dezember 2004 mit einem mehr als 100 
Meter  hohen  Sendemast  und  einem  10-Kilowatt-Sender auf 97 MHz ein Musik-
programm ausgestrahlt.

Erneute Schlappe  fuer  die  Bundesnetzagentur:  Das Verwaltungsgericht Koeln 
urteilt,  dass  auch  die  EMV-Beitraege fuer die Jahre 1999 bis 2002 rechts-
widrig sind. Auch in diesem Falle beanstandet das Gericht, dass die Bemessung
der Beitragshoehe durch die Behoerde rechtsfehlerhaft war.


September 2006

Freude bei den Funkamateuren der Klasse E.   Sie duerfen ab 1. September auch 
auf einigen Kurzwellenbaendern Funkbetrieb machen.

Die Deutsche Funk-Allianz tagt in Simonswald (Schwarzwald). Die Veranstaltung
verlaeuft ohne Highlights:   Das Praesidium wird vorlaeufig "in den Ruhestand 
versetzt";  Praesident Randolf Rauer  uebernimmt  kommissarisch  das  Amt des 
stellvertretenden Vorsitzenden.  Gastgeber  Felix Muenzer  und Pressesprecher 
Hans-Werner Hoppe werden fuer ihren Einsatz im CB-Funk geehrt.

Tote Hose beim DAKfCBNF:   Das geplante "Elefantentreffen" des Vereins findet 
nicht statt.   Nahezu  alle  geladenen  Funktionaere  hatten  ihre  Teilnahme 
abgesagt.


Oktober 2006

Streit in der ECBF: Eine Gruppe um Albert Bertrana veranstaltet am 1. Oktober
in Bruessel einen ECBF-Kongress.   Dort finden Vorstandswahlen statt - Dieter 
Loechter  wird  zum Praesidenten  gewahlt.  Drei  Wochen  spaeter  findet  in 
Warschau ebenfalls ein ECBF-Kongress statt,  initiiert von Enrico Campagnoli. 
Auch dort wird ein Vorstand gewaehlt  und  Enrico Campagnoli  in  das Amt des 
Praesidenten berufen.   Beide Gruppen behaupten,  rechtmaessig  die  ECBF  zu 
repraesentieren.  Eine Entscheidung darueber  werden  wohl  Gerichte  faellen 
muessen.

Der  "Runde Tisch CB-Funk" (RTCB) trifft sich anlaesslich der Messe "Rheintal 
Electronica"  im badischen Durmersheim.   Das  Treffen  verlaeuft  weitgehend 
improvisiert  und  ohne Tagesordnung.   Die Diskussion wird trotz technischer 
Schwierigkeiten  erstmals  via eQSO  und  Teamspeak  live ins Internet ueber-
tragen.

Justizposse  am  Rande  des  RTCB-Treffens:   Ein  luxemburgischer  CB-Funker 
versucht, das Treffen mit einer Einstweiligen Verfuegung verbieten zu lassen.
Das  Amtsgericht Rastatt  weist  den Antrag in vollem Umfang zurueck:  Es sei 
fuer den Fall ueberhaupt nicht zustaendig,  ausserdem  koenne  es weder einen 
Anspruch auf eine Einstweilige Verfuegung  noch  eine  Klageberechtigung oder 
ein Schutzinteresse des Antragstellers erkennen.


November 2006

Die  EU-Kommission  veroeffentlicht  eine Entscheidung zur Nutzung von "Short 
Range Devices" (SRDs).  Daraus  geht  unter  anderem hervor,   dass im 70-cm-
Bereich kuenftig  keine Uebertragung  von Audio- und Sprachsignalen zulaessig 
ist.  Dies  duerfte  mittelfristig  das AUS fuer herkoemmliche 70-cm-SRD/LPD-
Sprechfunkgeraete bedeuten.

Verwirrung um die oesterreichische CB-Funk-Vereinigung "ACBA". Der Verein war
auf  dem  "ECBF-Kongress"  in  Warschau  mit  dem  Deutschen  Franz Ahne  als 
Vertreter Oesterreichs  aufgetreten.  Eine  Nachfrage  bei  der  zustaendigen 
Behoerde hatte zunaechst ergeben,   dass die ACBA wegen Ablauf der Amtszeiten 
des Vorstands nicht mehr handlungsfaehig ist.  Spaeter  stellt  sich  heraus, 
dass der Verein  offenbar  kurz  vor  der  Warschauer Veranstaltung eine Mit-
gliederversammlung sowie Wahlen durchgefuehrt hat und dadurch wohl formal die
Handlungsfaehigkeit wiedererlangt hat.

Die Bundesnetzagentur strebt offenbar eine gerichtliche Grundsatzentscheidung
zur  Behandlung von  AFu-Stoerfaellen an.   Sie hat in einem Rechtsstreit mit 
einem Funkamateur,  bei dem es auch um die Frage  der korrekten Durchfuehrung 
von    Messungen   durch   die   BNetzA  ging,  ueberraschend  einen  bereits 
geschlossenen Vergleich zurueckgezogen. Die Behoerde ist der Auffassung, dass
eine  gerichtliche Klaerung  dieses Falles  auch im Hinblick auf zukuenftige, 
aehnlich gelagerte Faelle von grundsaetzlicher Bedeutung sei. 


Dezember 2006

Die Bundesnetzagentur beginnt damit,  Frequenznutzungsbeitraege fuer das Jahr 
2000 rueckzuerstatten.  Betroffen  sind  Funker,  die  seinerzeit  gegen  die 
Beitraege  geklagt  hatten  und  solche,  deren Widerspruch nicht abschlaegig 
beschieden wurde.

Fuer CB-Funker, deren Widerspruch damals abgewiesen wurde, bietet die DFA ein
"Formblatt" an,  mit dem ein Wiederaufgreifen des Verfahrens beantragt werden 
kann.  Ein  befragter  Rechtsanwalt  erklaert dazu,  er  betrachte  derartige 
Aktionen  "zum jetzigen Zeitpunkt  als  verfehlt,  laienhaft  durchdacht  und 
geeignet, Betroffenen mehr Schaden als Nutzen zu bringen". 

Neue Vorschriften fuer CB-Funk-Gateways:  Die  BNetzA  gibt vier Kanaele fuer 
HF-Gateways  zum  Betrieb von Sprachfunknetzwerken via Internet frei.  Bisher 
war der Betrieb solcher Stationen formal nicht zulaessig,  wurde  aber  weit-
gehend geduldet. Ausserdem streicht die Behoerde den Kanal 40 fuer Datenfunk-
uebertragungen und lockert geringfuegig die Schutzzonen.  Kritiker bemaengeln 
an der neuen Regelung insbesondere  die  Beschraenkung  auf nur vier Gateway-
Kanaele.  Diese  seien  oftmals schon mit anderen CB-Funk-Aussendungen belegt 
und deshalb fuer Gateways nicht nutzbar. 

Abschied  beim  Verlag fuer Technik und Handwerk: Michael Buege verlaesst das 
Unternehmen  nach  mehr  als 17 Jahren  auf  eigenen Wunsch.  Buege war lang-
jaehriger Chefredakteur der Zeitschriften  "funk"  und  "CB-funk" und leitete 
zuletzt die Buchprojekte des Verlags.

     - wolf -

© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de

Dieser  Beitrag  darf  ungekuerzt  und  mit Quellenangabe in nichtgewerbliche 
Medien  (z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprueche, CB-Packet-Radio) uebernommen 
werden.

--

Quelle: http://www.funkmagazin.de/01017.htm

73 de Hans!

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           * IG Funkfreunde Landshut, www.funkfreundelandshut.de *            





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