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MOIK02 > FUNK 17.04.09 18:14l 49 Lines 2822 Bytes #999 (0) @ DEU
BID : 28692_AP2BOX
Read: DHH841 GAST HF1BKM
Subj: Umstrittene Bandbeobachtung
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Sent: 090416/0254Z @:AP2BOX.#H.NDS.DEU.EU #:28692 [Hannover/Rethen JO42VG] FBB7
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To : FUNK@DEU
(Aus dem Archiv von SO1HH)
Neuer Funkdienst auf 54 MHz?
Seit einigen Monaten lassen sich im Raum München und im Ballungsgebiet um
Frankfurt eigentümliche Aktivitäten in dem Frequenzbereich um 54 MHz beob-
achten. Nachdem die Fernsehsender Biedenkopf und Grünten auf Kanal 2 ab-
geschaltet wurden, sind auch deren Tonträger bei 53,75 MHz bzw. 54,0 MHz
verschwunden. Dafür machen dort seit einiger Zeit in der Betriebsart Schmal-
band-FM abgewickelter Sprechfunkverkehr und Packet-Radio auf sich aufmerksam.
Die größte Häufigkeit der Aussendungen läßt sich im Frequenzbereich von ca.
53,4 bis 54,7 MHz registrieren. Der Kanalabstand beträgt 20 KHz. Der Inhalt
der Gespräche läßt darauf schließen, daß der Funkverkehr hauptsächlich über
Mobilfunkgeräte mit geringer Leistung (vermutlich weniger als 1 Watt) abläuft.
Allerdings wurde auch schon eine offenbar einwandfrei funktionierende Ver-
bindung zwischen dem Hohenpeißenberg (Oberbayern) und dem Feldberg/Ts. bei
Frankfurt beobachtet. Die alte UKW-Faustformel "mit « Watt Leistung lassen
sich locker 100 km von Bergspitze zu Bergspitze überbrücken" gilt also auch
hier. 54 MHz liegt im unteren UKW-Bereich und ist somit deutlich störungs-
ärmer als beispielsweise das 11m-Band. Statische Entladungen, Zündfunken
und startende Ölbrenner sind kaum wahrzunehmen. DX ist möglich, aber äußerst
selten. Die Beobachtungen von Packet-Radio Verbindungen mit 1200 Bit/s auf
54,47 MHz und 54,49 MHz ließen auf eine sehr geringe Wiederholungsrate fehler-
hafter Frames schließen. Die Betriebssicherheit von PR-Verbindungen in diesem
Frequenzbereich erreicht nahezu diejenige vom 2m-Band.
Berechnungen ergaben, daß eine Lambda-Viertel-Mobilantenne für diesen Fre-
quenzbereich ca. 1,37 m lang sein müßte.
Die Abwicklung des Funkverkehrs weist eine starke Ähnlichkeit mit derjenigen
des CB-Funks auf, allerdings ohne mutwillige Störungen durch "Trägerdrücker"
oder beleidigende Äußerungen.
Über die verwendeten Funkgeräte ist, mit Ausnahme des Frequenzbereichs, bisher
nichts bekannt. Als sicher gilt, daß man solch ein Gerät z.Zt.nicht im Laden
erwerben kann. Vermutlich handelt es sich um einen Großversuch der Industrie,
bei welchem mehrere dutzend Testgeräte an einen Otto Normalfunker repräsen-
tierenden Personenkreis verteilt wurden, um die Marktfähigkeit dieser Pro-
dukte zu erproben.
Bleibt nur zu hoffen, daß diese Erprobungsphase nicht allzulange dauert und
der Normalbürger bald in den Laden gehen kann, um sich ein 54 MHz-Mobilfunk-
gerät zu kaufen. Abgesehen von den guten Übertragungseigenschaften öffnet
sich durch die Erschließung des 54 MHz-Bandes ein beachtlicher Markt und es
entstehen zukunftssichere Arbeitsplätze im High-Tech-Bereich!
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