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DHH841 > FUNK     06.02.09 09:27l 143 Lines 7297 Bytes #999 (360) @ FFL
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Read: DHH841 GAST HF1BKM
Subj: CB-Glosse ;-))
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To:   FUNK @ FFL
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Auf Wunsch ungezählter Leser hat unser sehr freier Mitarbeiter Frank Furth 
in seiner wirrtuellen Schatztruhe gekramt und noch einmal die nostalgische 
"Agfa-Klack-Glosse" zu Tage gefördert - mitsamt der Antwort einer liebens-
werten Funkfreundin aus dem tiefen Süden... ;-))

--  

Werthe Funkergemeinschaft

Vor geraumer Zeit richtete meine Persönlichkeit eine eher wehmütige Bothschaft
an sowohl meine eigenen als auch an Euer Erinnerungsvermögen. Jahre sind 
seither ins Land gestrichen – und als sei sie nie im Winde verweht, erzählte 
ein Funkfreund in Brasilen via eQSO seinem australischen Funkfreund davon, 
dass er sie hier im Kleinen Funkmagazin meines Arbeitgebers Wolfssohn Frickel 
gelesen und von einem Buchbinder in Sao Paulo hat einbinden lassen. Der 
Australier brachte diese Information dann weltweit unter das funkende Volk, 
was wiederum zur Folge hatte, dass mich unzählige Emils in meinem Landsitz 
heimsuchten mit der Bitte, diese in meinen Archiven mittlerweile zum Ver-
stauben bedrohte Bothschaft Euch noch einmal vor Augen führen zu sollen. 

Dieser Bitte komme ich heute gern nach – begleitet von einer Glosse aus der 
Feder unserer Münchner Funkfreundin Petra, der meine Bothschaft so zu sagen
als Vorlage diente. Aber lest nun selbst:

--

Lieber Frank Furth

Zuweilen schweifen meine persönlichen Gedanken zurück in vergangene Jahre, 
schwelgen in Erinnerungen, und Wehmut kommt auf. So vorvorletzte Nacht gegen 
viertel vor Zwei, in der ich von Schlaflosigkeit getrieben den überfälligen 
Osterputz begann und meine Persönlichkeit auf einige alte CeBe-Funkgeräte 
stieß, die ganz hinten im Regal lagen das als erstes (weil schon lange nicht 
mehr) ausgeräumt wurde. Nun sind rumliegende Funkgeräte bei mir keine Selten-
heit und deshalb nicht weiter erwähnenswert - und dennoch: In meinem tiefsten
Innern rührte mich diese vergessenen Jahre, in denen ich mit einer ins Auto 
eingebauten "Zodiac M-144" durch gar liebliche Landschaften fuhr um höchst 
aufmerksam nach Funksignalen zu lauschten. Auf jeden Berg, den man nicht zu 
Fuß erklimmen musste, begleitete mich ein Handfunkgerät. So manches nette 
Kuh-Es-Oh konnte ich so mit meiner "SH 7000" führen.

Es folgten bange Tage und Nächte des Wartens und Hoffens - Würde der Postbote
heute die Kuh-Es-El-Karten bringen? Nächtens träumte ich von neuen giganti-
schen DXen, tagsüber grübelte ich über die Zuverlässigkeit der zusagen.

Endlich lagen sie im Briefkasten. In meine Gemächer zurückgekehrt, betrach-
tete ich die farbenprächtigen Motiefe und verglich sie mit den Logbuch, das 
ich einst durch Wälder und Auen bei mir trug. Auf diese Weise sammelte ich 
einst über viele Jahre Erfahrung, die nicht nur meine Freizeit verschönten 
und mir das Leben als Hobby-Funker versüßten. Ich konnte überdies auch meine 
Erfahrungen mit denen meiner Funkfreunde beim ortsansässigen Stammtisch der 
"Funkfreunde München Zentrum" austauschen und vertiefen.

Diese Gruppe gibt es immer noch. Wehmütig blicken ich und meine Stammtisch-
freunde auf die Handys in jedermanns Hand. Diese Dinger berauben einen der 
geheimnisvollen Spannung der Drahtlosen Kommunikation. Auch das bangfrohe 
Warten, die Vorfreude auf fröhliche Gespräche sind vorbei. Wozu auch - ein 
Handy garantiert 100%ige Erreichbarkeit auch in CeBe-Funktechnisch ungün-
stigen Situationen. Man drücke auf ein paar Knöpfe - fix und fertig. 
Schnell, zuverlässig und gut, jawohl...

Lieber Frank Furth, was hat das alles eigentlich mit Deiner Glosse zu tun?

Das verrate ich Dir nicht und verbleibe fix und fertig

mit grob geschätzter Hochachtung
SERVUS aus München
Petra

--

Werthe Funkergemeinschaft

Zuweilen schweifen meine persönlichen Gedanken zurück in vergangene Jahre, 
schwelgen in Erinnerungen, und Wehmut kommt auf. So vorvorletzte Nacht gegen 
viertel vor Zwei, nachdem mein Butler mit dem Osterputz begann und meine 
Persönlichkeit über ein vergilbtes Photo stolperte, das unachtsam auf einem 
meiner Perserteppiche lag. Nun ist ein darnieder liegendes fotografisches 
Bild nicht weiter erwähnenswert - und dennoch: In meinem tiefsten Innern 
rührte mich die auf dem Photopapier beschichtete Abbildung auf unerklärliche 
Weise an! Erinnerte sie mich doch an die längst vergessenen Jahre, in denen 
ich mit einem Photoapparat bekleidet durch Wälder und Auen schritt und höchst
aufmerksam nach Motiefen für meine Photosammlung suchte. 

Erspähte ich eines von ihnen, so stellte ich an meinem Photoapparat vom Typ 
"Agfa Klack" nach Gutdünken Blende und Entfernung ein, blickte in den Himmel 
und hinter den Horizont, und setzte - ebenfalls nach Gutdünken - ein nach 
meinem Dafürhalten passendes Filter vor die Linse und schoss sodann das 
Motief ab. Anschließend notierte ich mir auf einem Zettel die soeben nach 
Gutdünken eingestellten Werte, als da waren Blende, Entfernung und ausge-
suchtes Filter. Um einen Vergleich zu erwirtschaften, schoss ich das gleiche 
Motief noch einmal ab, dann allerdings mit anderen Einstellungen betreffs 
Blende, Entfernung und Filter. Diese zweiten Werte erfasste ich ebenfalls 
auf dem soeben erwähnten Zettel und gab zugleich dem abgeschossenen Motief 
auf dem Zettel weitere Angaben hinzu: Datum, Uhrzeit, Wetter, Bild Nummer.

Mit allen nachträglichen Photos verfuhr ich auf die gleiche Weise, bis der 
vormals in die Agfa Klack eingelegte Film vollends belichtet war und ich 
ihn hoffnungsfroh zum Photofachgeschäft Müller, Meier & Söhne brachte, um 
ihn endgültig entwickeln zu lassen. Es folgten sechs bange Tage und Nächte 
des Wartens und Hoffens - wie wird das eine und das andere Motief gelungen 
sein? Nächtens träumte ich von meinen abgeschossenen Motiefen, tagsüber 
grübelte ich über den notierten Werten.

Endlich war dann Montag nach sechs Tagen! Endlich konnte ich Müller, Meier 
& Söhne betreten, und endlich konnte ich meine ersehnten Motiefe in Empfang 
nehmen. In meine Gemächer zurückgekehrt, betrachtete ich alle Motiefe und 
verglich sie mit den Werten auf dem Zettel, den ich einst durch Wälder und 
Auen bei mir trug. Anhand dieser Notizen konnte ich vergleichen, welches 
Motief mit welchen Werten das bessere ist. Auf diese Weise sammelte ich 
einst über viele Jahre vieles an Erfahrung, die nicht nur meine Freizeit 
verschönte und mir das Leben als Hobby-Photograf versüßte. Ich konnte 
überdies auch meine Erfahrungen mit denen meiner Photofreunde im ortsan-
sässigen Photo-Klupp "Niederrheinische Bildermacher" austauschen und 
vertiefen.

Diesen Klupp gibt es schon lange nicht mehr. Wehmütig blicken ich und meine
verstorbenen Kluppkameraden auf die jüngst erworbene Digitalkamera. Dieses 
Ding nimmt mir nicht nur meinen Zettel für die geschilderten Notizen ab, 
sondern auch das bangfrohe Warten, die Vorfreude, die fröhlichen Abende bei 
den "Niederrehinischen Bildermachern". Wozu auch - meine Digitalkamera 
starrt mit Zoom und anderem Schnickschnack auf das Motief, ich drücke auf 
den Knopf - fix und fertig. Schnell, schön und gut, jawohl....

Werthe Funkergemeinschaft, was hat das alles eigentlich mit unserem 
geliebten Hobby CeBe-Funk zu tun?

Das verrate ich Euch leider Gottes nicht und verbleibe fix und fertig

mit grob geschätzter Hochachtung

Euer Frank Furth

Frank_Furth@mailes.de 


--

Quelle: http://www.funkmagazin.de/glosse.htm

73 de Hans!
  



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