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OCI1DL > FUNK 15.02.07 05:38l 139 Lines 6920 Bytes #999 (0) @ DEU
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Subj: was ist funk? kurz erklaert
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Kurzwelle Hören
Vor fast 100 Jahren begann das aufregende Medienzeitalter. Drahtlose
Telegrafie, und später der Rundfunk, erreicht selbst entlegene Winkel der Erde.
Auch jetzt mit Internet und Satelliten-TV hat der Rundfunk nichts an Reiz
verloren.
Rundfunk überwindet Grenzen und vermittelt Kultur. In vielen Ländern ist der
Rundfunk immer noch einzige Informationsquelle auch in den entlegenen
Landesteilen. Rundfunk ist gleichzeitig Träger des freien Wortes, wie auch
Geißel der Unterdrücker.
Wußten Sie, daß
fast 50 Länder der Erde Programme in Deutscher Sprache austrahlen
viele hunderte Sender aus aller Welt in Deutschland zu hören sind.
Was ist Rundfunk?
Rundfunk richtet sich nicht an bestimmte Empfänger, sondern an eine breit
gestreute Hörergemeinde. Anders als Amateurfunk, Seefunk und Flugfunk und als
der Polizeifunk ist der Rundfunk eine nicht zielgerichtete Ausstrahlung. Meist
handr 26
elt es sich um Programme mit Unterhaltungs- oder Bildungs
Rundfunk wird ausgestrahlt in speziellen Frequenzbereichen:
Langwelle
Mittelwelle
Kurzwelle
und UKW.
Funkwellen
Wie Wellen, wenn ein Stein ins Wasser geworfen wird, so breiten sich Funkwellen
normalerweise kreisförmig um den Sender aus. Mit Hilfe von Richtantennen kann
man die Strahlrichtung etwas beeinflussen.
Die Ultrakurzwelle (UKW)
Funkwellen im UKW-Bereich breiten sich auf Sicht aus. Sicherlich kennen Sie
noch Fernseh- und Radio-Antennen, wie sie z.T. drehbar auf's Dach gesetzt
wurden. Im Autoradio kennen wir die Folgen. Fährt man in den Schatten eines
Berges, so kann es passieren, daß der Sender plötzlich verschwindet. Tritt man
aus dem Schatten des Berges heraus, so ist der Sender plötzlich wieder da. Auch
Hochhäuser und andere Bauwerke können ultrakurze Wellen dämpfen oder ganz
zurückhalten.
Lange, mittlere und kurze Wellen
Längere Funkwellen folgen der Erdkrümmung, dies nennt man Bodenwelle. Die
Reichweite der Bodenwelle ist nicht sehr groß. Außerdem muß man große Energien
einsetzen. Der Empfang auf Lang- oder Mittelwelle wird außerdem oft durch
Gewitter und elektrische Geräte (Computer) gestört. Nachts ist der Empfang auf
der Mittelwelle ganz passabel und die Reichweite der Bodenwelle steigt.
Mittelwellen seltener, aber besonders Kurzwellen, werden durch hohe
Luftschichten der Ionosphäre reflektiert. Dies bezeichnet man als die Raumwelle.Unsere Erde ist von Luftschichten umhüllt. Die unterste Luftschicht, in der wir
leben, nennt man Troposphäre. Darüber kommt die Stratosphäre. Die äußersten
Schichten unserer Erdatmosphäre nennen wir die Ionosphäre. Diese Ionosphäre
besteht wiederum aus mehreren Schichten, die zwischen 60 und 500 Kilometer von
der Erdoberfläche entfernt sind.
Die Sonne sendet ständig Partikelstrahlung aus. Dies sind staubkorngroße
pulverförmige Teilchen, die bei den Eruptionen (Ausbrüchen) auf der Oberfläche
der Sonne fortgeschleudert werden. Manchmal sind auch größere Teile dabei. Aber
auch aus dem Weltraum fängt die Erde, wie ein großer Magnet, Meteoriten und
andere Teile ein.
Diese Teile verglühen durch die enorme Reibung, wenn sie in die Erdatmoshäre
eindringen. Die äußeren Schichten der Atmosphäre, die Schichten der Ionosphäre,
werden hierdurch sehr stark erhitzt. So wie eine heiße Straße im Sommer das
Licht spiegelt, so beginnt diese Schicht plötzlich Funkwellen zu reflektieren.
Natürlich ist die Erwärmung, und die Fähigkeit der Ionosphäre zu spiegeln,
stark abhängig von den Eruptionen auf der Sonne.
Besonders groß sind die Reichweiten der Raumwelle am Tage, wenn Sende- und
Empfangsort im Sonnenlicht liegen. Wenn Sie also hier in Europa Australien
hören wollen, so klappt dies zumeist nur einen kurzen Moment, denn Europa und
Australien werden nicht so oft gleichzeitig mit Sonne verwöhnt.
Die Kurzwelle
Der Frequenzbereich zwischen 1.6 MHz und 30 MHz wird als Kurzwelle bezeichnet.
Der untere Bereich hat noch deutlich mehr Ähnlichkeit mit der Mittelwelle und
am oberen Ende hat die Kurzwelle viel Ähnlichkeit mit der Ultrakurzwelle.
Eigentlich gibt es gar nicht die Kurzwelle. Die Rundfunkbänder der Kurzwelle
finden Sie hier.
Die Sonnenflecken
Die Explosionen auf der Oberfläche der Sonne folgen einem 11 jährigen Zyklus.
Alle 11 Jahre entstehen besonders viele Explosionen an der Oberfläche des
Zentralsterns. Diese Protuberanzen sind mit stark getönten Gläsern von der Erde
aus als "Sonnenflecken" zu beobachten. Alle 11 Jahre spiegelt also die
Ionosphäre besonders gut.
Kurzwellenfans jagen Radiosender
Auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle können Sie keinen HiFi-Empfang erwarten. Aber
im Urlaub auf Gran Canaria oder sogar in Thailand können Sie Nachrichten aus
der Heimat empfangen. Und so wie die Deutsche Welle aus Köln, und von anderen
Stellen in der Welt, die deutsche Sicht der Dinge verkündet, so machen dies
auch Sender in Japan, Australien, im Osten und in Kanada. Hören Sie zu, wenn
Radio Kairo über jüngste Ausgrabungen im Tal der Könige berichtet. Lauschen Sie
den Parolen aus China und erfahren Sie ein Land im Wandel. Lernen Sie Japanisch
bei Radio Japan oder Englisch bei der BBC.
Einen besonderen Reiz üben auf mich die Rundfunksender in Mittel- und
Südamerika aus. Kleine Rundfunkstationen, teilweise von Missionaren betrieben,
irgendwo im Busch, lassen mein Herz höher schlagen. Obwohl ich kein Spanisch
kann, so kann ich doch Tango, Rumba und Samba unterscheiden und wenn man
aufmerksam zuhört, so weiß man um was es da geht.
Trophäen für Jäger
Wer auf die Jagd geht, der demonstriert auch gerne, was er erreicht hat.
Wellenjäger prahlen gerne mit ihren QSL-Karten. Wenn der Angler von seinen
Rieeesenfischen schwärmt, so holt der Wellenreiter sein Album heraus. Wenn man
einen neuen Sender gehört hat, so schickt man dem Sender einen Empfangsbericht.
Empfangsberichte sind für die Rundfunkstationen besonders wichtig, weil die
Sender natürlich erfahren wollen, ob der Empfang störungsfrei ist, oder ob man
besser die Frequenz wechselt. Am Sendeort in Australien beispielsweise kann die
Frequenz ja durchaus frei sein, aber am Empfangsort in Europa treten Störungen
durch einen kleinen Sender auf dem Balkan auf.
Für Empfangsberichte sind die Sender dankbar. Enthält der Empfangsbericht die
notwendigen technischen Angaben und zusätzlich auch noch Details über das
Programm, so bestätigt der Sender dem Hörer den Empfang mit einer
Bestätigungskarte (QSL).
Vereine und Klubs
Auch Radiohörer und Kurzwellenfans organisieren sich. Das Kurzwellehören wird
meist englisch als SWL (Shortwave Listening) bezeichnet oder als Abkürzung aus
dem Amateurfunk als DXing. DX steht für Long Distance. DX- und SWL-Klubs gibt
es schon seit Jahrzehnten. In größeren Städten gibt es regelmäßige Treffen. In
Klubzeitschriften werden Meldungen über seltene und neue Radiosender
verbreitet, oder besonders schöne QSL-Karten vorgestellt.
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